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Sonntag, 28. Februar 2010

So Reisebericht Numero 2: Das erste Wochenende war unglaublich. Wir sind Freitagabend mit dem Bus nach Blantyre gefahren- eine Stadt etwa 4 Stunden südlich von Lilongwe. Es gibt 3 verschieden Busse. Einen für 2 Euro, für 5 Euro und einen für 15 Euro. Bei dem billigsten ist die Garantie an dem Tag noch anzukommen glaub ich eher gering und somit haben wir uns für den „Luxusbus“ entschieden. Nun ja malawischer Luxus heißt dass wir nur einen Motorschaden hatten und auf der ganzen Fahrt alle möglichen Hits von Backstreet Boys und Britney Spears zu hören bekamen. Tja auch die Malawier wollen etwas westlich wirken aber irgendwie setzen sie die falschen Akzente. Die Pause während der Bus repariert wurde haben wir damit verbracht indem wir den Straßenkindern knappe 2 Kilo frische Orangen und Guaven abgekauft haben. Also mit knapp 2 Stunden Verspätung waren wir gegen Mitternacht in Blantyre und haben noch den Ausklang der Hausparty mitbekommen. Also gings im Taxi zu neunt (normales Auto) auf die Disco. Also im ersten Club waren wir nicht solange weil es rein regnete und die Musik eben auch etwas wässrig war. Der zweite war schon besser. Ich bin erst überhaupt nicht zurechtgekommen weil wie oft tanzt man schon mit hunderten Schwarzen um sich herum. Dafür kostete das Bier nur knapp ein Euro und die Schicha 2 Euro. Um 4 sind wir dann nach Hause und mussten natürlich laufen. Leider war Regenzeit und so war ich nach 45 min durch den Regen laufen völlig durchnässt. Da konnte mir die Puffotter, wie ich sie glaube erkannt zu haben, (eine der giftigsten Schlangen) auf der Straße auch nichts mehr antun. Nach einer schlaflosen Nacht aufgrund des Kampfes mit den Moskitos sind wir am nächsten morgen zu unser Tour durch Blantyre aufgebrochen. Dort habe ich einen Holzelefanten gekauft nachdem wir ihn von 30 Euro auf 12 herunter gehandelt hatten. Anschließend waren wir in einem Club essen der wohl noch aus der Kolonialzeit stammte und mitten in der Stadt einen Golfplatz aus dem Boden gestampft hatte. Malawi ist eben auch ein Land der Gegensätze. Danach sind wir mit dem Minibus zu der ehemaligen Gastfamilie meines Freundes aufs Land gefahren. Was mir dort aufgefallen ist das trotz größter Armut jeder Malawier auf einen Fernseher besteht. Da saßen wir nun und aßen bei der Familie nachdem wir selber für sie eingekauft hatten und haben uns eine Sendung über französische Küche angeschaut...


Der Abend verlief etwas ruhiger und so sind wir am nächsten morgen um 10 in die Kirche gegangen. Der Pastor hatte uns zuvor abgeholt und kurze Zeit später saß ich in der Halle. Frauen und Männer getrennt und ein Malawier fing an auf einem Keyboard Gospelsongs zu spielen. Alle Leute sind dann aufgestanden und haben angefangen zu tanzen. Nach etwa 3 Minuten fiel dann der Strom aus und 2 Kinder haben dann angefangen zu trommeln. Danach gab es eine kurze Predigt und die restlichen 1,5 Stunden wurde nur noch gespendet und darüber geredet wer alles gespendet hatte und zwischendurch immer wieder ausgiebig getanzt. Dann mussten wir uns der Gemeinschaft noch vorstellen und zum Abschluss an den Ausgang stellen und alle haben uns die Hände geschüttelt. Danach sind wir zu dem Pastor mit nach Hause gefahren da er uns zum Essen eingeladen hatte. Dort warteten schon seine 20 Kinder auf uns. 4 davon waren seine eigenen, die anderen waren alle Waisenkinder und von ihm adoptiert. Kurz darauf sind wir dann noch zu 2 Deutschen zu Besuch gefahren die seit einiger Zeit in Malawi wohnen. Um exakt halb 5 waren wir dann an der Bushaltestelle um den Bus zurück nach Lilongwe zu nehmen. Dieser war allerdings seit 5 Minuten weg wie uns dann berichtet wurde. Somit hat sind wir dann mit dem Auto hinter dem Bus her um ihn noch abzufangen. Dummerweise hatte das Auto einen Platten und wir mussten alle paar Kilometer anhalten und neu aufpumpen. Nachdem wir in dem Büro angerufen hatten um zu fragen ob sie den Bus anhalten könnten meinte die Frau nur dass sie keine Geld mehr auf dem Handy hat... Also haben wir den Busfahrer selbst angerufen er solle bitte warten. Hat er dann auch aber kurz bevor wir ihn eingeholt hatten rief er an und meinte er kann nicht mehr warten. Das wars. Wir sind also wieder zurück nach Blantyre und mussten dann eine weitere Nacht dort verbringen da der nächste Bus erst am nächsten Morgen kam. Um 7 Uhr früh dann also zum Bus. Es sollte zwar Frühstück im Bus geben doch als die Bedienung bei uns angekommen war meinte sie nur das Essen sei alle. That is Africa. Somit war ich dann 4 Stunden zu spät am nächsten morgen bei der Arbeit nachdem uns ein Taxifahrer freundlicherweise umsonst von der Busstation zur Arbeit mitgenommen hatte! Nun ja die nächsten beiden Tage verliefen relativ ruhig wenn man das so sagen kann bis ich am Mittwoch morgen aufwachte und plötzlich unter der Dusche merkte dass das Wasser abgestellt worden war. Nun ja so langsam gewöhnt man sich an Einiges. In der Küche begrüßte mich dann auch gleich eine Kakerlake und so fuhr ich dann wieder einmal im strömenden Regen zur Arbeit. Am Abend ging ich dann zum Volleyballturnier. Habe auch prompt eine indische Mannschaft gefunden bei denen ich mitspielen durfte. Hab leider nichts verstanden und verloren haben wir auch noch. Der Abend klang anschließend in einer Bar namens „Third World Bar“ aus die aber von Prostituierten so überlaufen war das wir dann auch bald nach Hause gefahren sind.

Am nächsten Morgen bin ich mit einem der Arbeiter nach Mangoschi gefahren. Ein Gebiet etwa 3 Stunden Autofahrt entfernt und ziemlich nah am See gelegen. Dort angekommen sind wir zu einigen Bauern aufs Land gefahren da diese für die Firma die Samen des Baobab-Baum sammeln. Für mich war es mal wieder unglaublich zu sehen wie die Leute auf Weiße reagieren. Insbesondere die Kinder kriegen den Mund anfangs nicht zu. Sobald ich die Tür aufgemacht habe sind sie meistens weggerannt. Aber nach einem coolen Spruch auf Chechewa waren sie dann auch gar nicht mehr so ängstlich und als sie meine Kamera gesehen haben war die Scheu wie weggeblasen. Gibt es also auch einige schöne Bilder.

Nach einigen Pannen aufgrund des vielen Regens sind wir dann abends in der Stadt angekommen wo wir übernachten sollten. Der Begriff Stadt wird hier sehr weitläufig verwendet und auch das sogenannte „Resthouse“ war quasi eine Kammer mit Bett aber völlig ausreichend und hatte ja mein Moskitonetz gegen das ganze Ungeziefer dabei. Am nächsten Morgen sind wir dann zurück gefahren und haben zwischendurch noch auf den vielen Märkten am Straßenrand eingekauft- für mich Tomaten und Kartoffeln und er hat sich fürs Abendbrot 2 Bündel Grasshüpfer gekauft...

Das Wochenende habe ich größtenteils damit verbracht noch etwas für mein Uni-Projekt zu tun-ganz ohne geht es eben auch nicht. Obendrein habe ich auch noch Sonnenbrand bekommen und mich etwas erkältet.

4 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

hallo hannes, ich bin ja so neidisch. hier laueft eben alles seinen geregelten gang
und das ist nicht ganz so spannend.

zumindest ist jetzt endlich der schnee weg,
und die ersten schneegloeckchen und kraniche
lassen hoffen.

stay cool holger

Unknown hat gesagt…

wow wow wow soooo viele infos :) klingt echt voll aufregend und spannend :) im gegensatz zu berlin. wir freuen uns schon riesig auf dich und auf die auswertung der bilder!

bis bald

tanja

Anonym hat gesagt…

Man könnte neidisch werden - wenn man es nicht schon wäre - außer natürlich auf Heuschrecken-Ragout, Puffottern und Puffmütter...
Liebe Grüße einmal um die halbe Welt . Uwe

Anonym hat gesagt…

Hallo Hannes,Glückwunsch zu solchen Erlebnissen.Sie fördern die Welt"anschauung" und lassen die Vielfalt auf der Erde erahnen.
Take care.Hans-Georg